Elektromobilität und Leichtbau – Symbiose oder Widerspruch?

VDMA

Arbeitsgemeinschaft diskutiert auf Jahrestagung hybride Leichtbauentwicklungen und Digitalisierungsstrategien in einem fordernden konjunkturellen Umfeld.

Göppingen, 23. Januar 2020 – Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, Handelsstreitigkeiten und einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Automobilindustrie. Maschinenbau und Zulieferindustrie spüren die Auswirkungen. Reduzierte CO2-Flottengrenzwerte sollten den Leichtbau beflügeln, Vorrang haben derzeit allerdings Investitionen in Elektrifizierung und Digitalisierung mit der Zielrichtung Autonomes Fahren. Die Jahrestagung der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien ging daher der Frage nach, welchen Stellenwert der Leichtbau in der Elektromobilität hat.

Zur Tagungseröffnung begrüßte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Marc Kirchhoff, TRUMPF, die Teilnehmer und Dr. Martin Habert, Geschäftsführer Schuler Service global, stellte die Schuler AG mit Anlagenentwicklungen für den metallischen, faserbasierten wie hybriden Leichtbau vor. Nach einem Überblick zu Leichtbauentwicklungen für die Automobilindustrie befassten sich die Fachbeiträge mit Verarbeitung und Anwendungen von Stahl und Aluminium sowie serientauglichen Fügeprozessen im hybriden Leichtbau. Der Nachmittag widmete sich mit Vorträgen und Schuler-Themenstationen den Digitalisierungsstrategien in der Leichtbauproduktion.

Multimaterialmix im Trend

Raum zum Austausch gab die Diskussionsrunde mit allen Referenten zur Perspektive von Elektromobilität und Leichtbau in einem fordernden konjunkturellen Umfeld. Die Automobilindustrie hat bei Leichtbauanwendungen eine Treiberfunktion übernommen und damit den Wettbewerb unter den Werkstoffen sowie Multimaterialanwendungen befördert. Dabei bestimmen Kostenvorgaben und Anforderungen an großserientaugliche Prozesse den Grad der Umsetzung in die Praxis. Eine zunehmende Prozessvernetzung und Anpassung von Fügeverfahren unterstützt Trends hybrider Leichtbauanwendungen.

Digitalisierung im Leichtbau

Besonderen Stellenwert erhalten Digitalisierungsstrategien für die Anlagenentwicklung und deren Einsatz in der Produktion von Leichtbauteilen. Eine entsprechende Einschätzung von Lothar Gräbener, Direktor Vertrieb der Schuler Pressen GmbH, dazu lautet: „Im intelligenten, voll vernetzten Presswerk der Zukunft ist es möglich, mithilfe von ausgefeilter Sensorik und Aktorik sowie den dadurch gesammelten Daten, sich abzeichnende Stillstände genau vorherzusagen und schon im Vorfeld abzuwenden. Das sichert die Produktivität unserer Kunden, erhöht die Qualität der gefertigten Teile und senkt den Energiebedarf.“

Strategieentwicklung und Leichtbauförderung

Erfreulich ist die zunehmende Unterstützung des Leichtbaus auf politischer Ebene. Basierend auf Workshops mit Vertretern aus Wirtschaft und Forschung bereitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Leichtbaustrategie und ein zehnjähriges Technologietransferprogramm vor. Eine erste Ausschreibung zum Projektförderung läuft derzeit an. Die VDMA-Arbeitsgemeinschaft wirkt in den Gremien der Leichtbauinitiative mit und begrüßt die werkstoffübergeordnete Zusammenarbeit unter den bundes- wie landesweit agierenden Netzwerken. Eine Bündelung der Aktivitäten ist für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Leichtbausektor unumgänglich. Ebenso wünschenswert ist die Konzentration auf eine dem Markt angemessene Anzahl an Messen und Konferenzen.

Bei Fragen kommen Sie gerne auf uns zu: Dr. Walter Begemann, VDMA-AG Hybride Leichtbau Technologien
Telefon: +49 69 6603-1932, E-Mail: walter.begemann@vdma.org, Internet: https://lightweight.vdma.org

VDMA Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien

Der VDMA vertritt mehr als 3200 Mitgliedsunternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus mit gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 232 Milliarden Euro (2018). Zur Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien zählen über 200 VDMA-Mitgliedsunternehmen, Anwender und Zulieferer aus wichtigen Abnehmerbranchen des Leichtbaus sowie Forschungsinstitute. Der VDMA bietet Interessenten damit ein Netzwerk für einen werkstoffübergreifenden anwendungsorientierten Austausch und die Entwicklungsförderung zum hybriden Leichtbau.

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