VDMA: Nächstes Rekordjahr für den deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau

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USA auch weiterhin wichtigster Exportmarkt - Stark gewachsene Exporte nach Italien, Brasilien und Russland - Gute Auftragslage für 2018, jedoch Sorgen wegen Fachkräftemangel

Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer eilen von Rekord zu Rekord. So konnten sie ihren Umsatz im Jahr 2017 nochmals um 5 Prozent steigern. „Damit reiht sich auch das vergangene Jahr in die positive Entwicklung seit 2010 ein“, freut sich Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. „Umso mehr erfreut es natürlich, dass wir mit diesem Wachstum sogar die ursprüngliche recht optimistische Prognose von 4 Prozent übertreffen konnten“, ergänzt er. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch den Kunststoff- und Gummimaschinenbau nicht verschonte, ist dies bereits das achte Wachstumsjahr in Folge. Die jetzige Boomphase hält somit schon außergewöhnlich lange an.

Italien entwickelte sich zu einem der wichtigsten Absatzmärkte

Den Spitzenplatz der wichtigsten deutschen Absatzländer nahmen auch 2017 wieder die USA ein. Dieses Mal konnte sogar die Marke von 800 Mio. Euro an Exporten geknackt werden. Der Wert der Kunststoff- und Gummimaschinen, die aus Deutschland in die USA geliefert wurden, belief sich auf 847 Mio. Euro. Das ergibt ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der wichtigste Gesamtmarkt ist jedoch China. Neben den 717 Mio. Euro an Exporten (+ 14,3 Prozent gegenüber 2016) kommt noch einmal ca. eine halbe Milliarde Euro hinzu, die von den Kunststoff- und Gummimaschinenbauern in China hauptsächlich für den lokalen Markt gefertigt wurden.

Italien machte einen großen Sprung von Platz 6 auf Platz 4. Deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen im Wert von 250 Mio. Euro wurden 2017 nach Italien geliefert, das ergibt ein Wachstumsplus von 32,1 Prozent. Hier macht sich vor allem der „Industrie 4.0 Plan“ der italienischen Regierung bemerkbar, durch den Investitionen in Investitionsgüter angeregt werden und die italienischen Verarbeiter ihre Maschinenparks vermehrt mit High-Tech Produkten „Made in Germany“ erneuern.

Positive Signale aus Russland und Brasilien

Nachdem die Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland lange Zeit schrumpften, entwickelten sie sich im vergangenen Jahr wieder positiv. Die hohe Wachstumsrate der deutschen Exporte in Höhe von 34,1 Prozent resultiert vor allem aus der Belebung des dortigen Verpackungssektors und spiegelt nicht eine flächendeckende Belebung des Marktes wider. In Summe konnten somit 114 Mio. Euro an deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland exportiert werden.

Ein hohes Exportwachstum lässt sich auch für den brasilianischen Markt vermelden, wo die längste und stärkste Rezession zu Ende gegangen ist. Hier stiegen die Exporte um 35,4 Prozent auf nun 75 Mio. Euro. Nach dem langen Abschwung wird Brasilien jedoch noch Zeit benötigen, um sich zu erholen. Die Investitionen zum Beispiel laufen nur langsam an, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass im Vorfeld der diesjährigen Präsidentenwahl eine hohe Unsicherheit im Markt herrscht.

Volle Auftragsbücher lässt auch für 2018 Gutes erwarten

Ein Ende des Wachstums ist für 2018 ebenfalls noch nicht absehbar. Aufgrund der weiterhin vollen Auftragsbücher der Unternehmen geht der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA in diesem Jahr von einem Umsatzwachstum von 3 Prozent aus. „Das soll jedoch keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass bereits vereinzelt dunkle Wolken am Schönwetterhimmel auftauchen“, mahnt Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands. „Wir befinden uns momentan in einem sehr lange anhaltenden Boom, der bereits über die übliche Länge einer solchen Phase hinausgeht. Dadurch sind die Lieferzeiten sowohl der Maschinenbauer als auch der Zulieferer bereits außergewöhnlich lang. Darüber hinaus haben die Unternehmen derzeit immense Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden“, so Kühmann weiter.

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